Barasch, Egon

Karl-Liebknecht-Str. 6 (damals Hospitalstr. 6)

 

Stolperstein gesetzt am 2.11.2012.

Verwandte
Mehnert, Sabersky, Zawadski

 

Hermann (Chaskiel), Leo (Leibusch) und Michael Barasch waren Brüder. Hermann Barasch (geb. 1896) heiratete die Nichtjüdin Johanna, 1902 geb. Mehnert. Beide waren Friseure. Hermann spielte nebenberuflich Geige. Er wurde am 10.11.1938 ins KZ Buchenwald gebracht. 1940 erneut verhaftet kam er ins KZ Sachsenhausen. Infolge der schweren Zwangsarbeit vermutlich im Klinkerwerk kam er nach drei Monaten Haft am 7.6.1940 ums Leben. Er wurde 44 Jahre alt. Johannas Vater hieß Paul Mehnert und wird als Arbeiter-Chorleiter bezeichnet. Leo Barasch heiratete Johanna Selma (geb. Sabersky). Er betrieb eine Kunststopferei. Nach der Scheidung ging Leo mit seinem Sohn Adolf 1931 nach Frankreich. Beide überlebten. Leo starb 1970 in Paris. Ihr zweiter Sohn hieß Egon Alexander Wolfgang (geb. 1926). Er war musikalisch und spielte Klavier. Da seine Mutter bei der Reichsbahn-Mitropa arbeitete, wuchs Egon vorwiegend bei Verwandten auf. Er wurde in die Judenhäuser Agnesstr. 4 und Zschochernstr. 32 eingewiesen. Ab 9.12.1941 war er im Ghetto Riga, danach im KZ Stutthof. Am 12.03.1945 wurde Egon mit anderen vom KZ Buchenwald Außenlager Trögnitz/ Rehmsdorf zum KZ Bergen-Belsen deportiert. Von dort gab es kein weiteres Lebenszeichen. Er wurde 18 Jahre alt. Das Schicksal seiner Mutter Johanna ist unbekannt. Sie wurde später für tot erklärt.

Michael Barasch heiratete Jenny-Golda, geb. Zawadski aus Gera. Sie bekamen die Kinder Paul, Annemarie und Beatrice. Die Familie floh über Frankreich nach Montevideo in Uruguay und überlebte. Michael besaß ein Geschäft für Herren- und Knabenbekleidung, Jenny war seine Prokuristin.

Der Verlegeort ist vor der elterlichen Wohnung, damals Hospitalstr. 6

Schreibweise der Inschrift Barasz: russisch-deutsche Transkription.

 

M.W. (Stand 22.10.2013)


Recherche M.W.