Simsohn, Julius

Julius Simsohn

Nestmannstr. 1

 

Stolperstein gesetzt am 7.10.2008

Verwandte
Drobbe, Hirschfeld, Otto

 

Julius Simsohn (geb. 1888 in Memel) war seit 1923 verheiratet mit der Christin Margarethe (1897 in Crossen a.d.Oder geb. Drobbe). Ihr einziger Sohn war Werner (geb. 1924 in Berlin). Die Familie lebte zunächst in Berlin, wo sich die Eltern kennengelernt hatten. 1927 zog die Familie nach Gera. Julius wurde Geraer Filialleiter eines Berliner Konfektionshauses. Nachdem die Firma Konkurs gegangen war, macht sich Julius als Kaufmann selbständig mit dem Verkauf von Textilien, Wäsche und Kurzwaren. Neu für Gera war sein ambulanter Tages-Verkauf in den Dörfern der Umgebung. Der Machtantritt der Nationalsozialisten führte zu einem langsamen Niedergang des Geschäfts und damit der Lebensgrundlage. 1938 mußte Julius aufgeben. Er wurde Bauhilfsarbeiter und Margarethe wurde Haushälterin bei Frau Schalscha und verwitweten Tochter Edith Schmidt-Lorenz. Im Novemberpogrom 1938 wurde Julius Simsohn verhaftet und nach Buchenwald gebracht. Julius Simsohn wurde 1944 verhaftet, deportiert und in Auschwitz ermordet. Seinem Sohn, Werner Simsohn (1924-2001) dem mutigen Amateur-Historiker und Autor jüdischen Lebens in Gera, sind die entscheidenden Erkenntnisse zu verdanken. Julius Schwiegermutter hieß Johanna Drobbe, geb. Otto. Julius' Geschwister hießen Frieda, Rebekka "Mieze" Lisbeth, Bruno und Louis.

Verlegeort ist vor der Wohnung Nestmannstr.1.


M.W. (Stand 01.09.2014)