Sinenski, Familie

Leiser Sinenski, seine Ehefrau Lea , die Söhne Max, Bernhard, Jakob

Blumenstraße 8

 

5 Stolpersteine gesetzt am 7.6.2010 unter Mitwirkung von Schülern der Europaschule Ostschule 

Verwandte
Smolenski

 

Leiser (geb. 1885) und Lea Sinenski (1898 geb. Smolenski) stammten aus dem im Ersten Weltkrieg stark zerstörten Grajewo. Wie andere jüdische Flüchtlinge suchten sie in Deutschland Zuflucht vor Pogromen und erwarteten für sich Zukunftschancen. Das 34 und 21 Jahre alte Ehepaar kam nach Gera und hatte hier drei Söhne: Max (1922 geb. in Grajewo), Bernhard (1925 in Gera) und Jakob (1929 in Gera).Vater Leiser übte den Beruf eines Schmiedes aus, Mutter Lea war Hausfrau. Für sie völlig unerwartet wurde die Familie am 28.10.1938 zusammen mit den anderen polnischen Juden gewaltsam über die deutsch-polnische Grenze bei Bentschen gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war Leo 53, Lea 40, Bernhard 12 und Jakob 9 Jahre alt. Sohn Max, der sich später Mordekhaj nennt, überlebte allein durch Flucht aus dem Ghetto als 17jähriger 1939 von Polen nach Palästina. Er lebte noch 1994. Ihr Zufluchtsort während des Krieges wurde das ostpolnische Bialystok, unweit von Grajewo. Bis 27.6.1941 lebten sie dort unter russischer Besatzung. Nach der deutschen Besetzung lebten in Bialystok zwangsweise bis 60.000 Juden. Nahezu alle fielen bis 1943 dem anonymen Massenmord zum Opfer; im Ghetto Bialystok und in den Lagern Treblinka, Majdanek, Lublin, Theresienstadt und Auschwitz u.a. Drei- bis vierhundert Überlebende verließen Bialystok nach 1945 überwiegend nach Palästina. Eine Studie von vier bialystoker Schülern stellte 1998 noch zwei jüdische Einwohner fest.

Der Verlegeort ist vor der damaligen Wohnung. Die am 7.6.2010 unter Mitwirkung von Schülern der Europaschule Ostschule dort verlegten 5 Steine wurden am Donnerstag, den 15.7.2010 von Unbekannten mit einer Chemikalie übergossen. Die Oberfläche färbte sich schwarz und die Schrift war unlesbar. Ein Stein wurde am 19.7.2010 im Beisein der Polizei ausgegraben zum Zweck der kriminaltechnischen Untersuchung. Er wurde am 6.2.2011 an gleicher Stelle wieder eingefügt. Die Lesbarkeit konnte wiederhergestellt werden. Das Geburtsjahr 1920 von Max muss nach neuen Erkenntnissen auf 1922 geändert werden. Schreibweise im Koblenzer Gedenkbuch: Sejnenski.


M.W. (Stand 22.10.2013)