SKLOW, FAMILIE

Hermann Sklow, seine Ehefrau Betty, die Töchter Charlotte und Helene Sklow-Rosenthal

Gagarinstr. 26 (damals  Agnesstr. 26)

 

4 Stolpersteine gesetzt am 7.12.2013

Verwandte
Estreikher, Behrendt, Hurst, Jacobsohn, Katz, Klar, Riffa, Rosenthal

 

Die Eltern von Hermann und Leo hießen Wolf (1836- 1912) und Pauline Sklow,

geborene Jakobsohn (+1904). Hermann (Heymann) Sklow (geb. 1870) stammte aus Schneidemühl (Pommern) und war in Gera verheiratet mit Betty (1880 in Magdeburg geb. Behrendt).

Hermann hatte eine ältere Schwester Johanna (geb. 1868) und zwei jüngere Schwestern, die Ernestine (geb. 1871) und Marta (geb. 1882) hießen. Johanna und Alexander Klar (geb. 1871), Ernestine Riffa, sowie Marta und Markus Katz (geb. 1878) wurden von Berlin aus deportiert. Karl (Kallmann) Riffa (geb. 1876) flüchtete vor der Deportation in den Tod (Suizid).

Die anderen Geschwister von Hermann sind alle als Kleinkinder gestorben.

Es waren Cäcilia (geb.1880), Caspar (geb. 1879), Jakob (geb. 1876), Leiser (geb. 1875), Luise (geb.1874) und Marta (geb.1878). Adolf Behrendt aus Stargard(1850-1912) und Rosa (in Stolp geb. Jacobsohn, 1855-1917) sind Bettys Eltern. Ihre Geschwister waren Meta (1884-1987) und Arthur (1887-1963). Betty war in erster Ehe mit Herrn Rosenthal verheiratet. Sie hatte zwei Töchter: Charlotte “Lotte” (geb. 1905 in Berlin) und Helene “Leni” (geb. 1907 in Gera +1979 in New York).

Lotte heiratete Willy Rosenthal. Sie bekamen drei Kinder: Brigitte (1925-1983) Ursula (geb. 1928) und Peter (geb.1929). Familie Rosenthal gelang die Flucht in die USA. Auch Leni floh über Cuba in die USA. Hermann Sklow war von 1896 bis 1933 im bekannten Geraer Traditions-Kaufhaus Hermann Tietz beschäftigt (Stammhaus der späteren Warenhauskette HERTIE, viel später konsument-Warenhaus, danach Horten). Zuletzt als der langjähriger Direktor in der Geraer Filiale. Er war 63 Jahre alt als er 1933 in Folge der Zwangsenteignung seine Stelle verlor. Die Familie verließ Gera und zog nach Berlin. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde Hermann 1937 verhaftet und wegen Devisenvergehens verurteilt. Sein letzter Aufenthaltsort war das Berliner Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Dort kam er am 18.10. 1938 ums Leben. Hermann ist im Grab seiner Schwiegereltern in Berlin-Weissensee bestattet. Er wurde 68 Jahre alt. Betty war Passagier der legendären MS St. Louis 1939. (Spielfilm). Die Einreise in Cuba wurde ihr verweigert. Über Antwerpen in Belgien und Holland gelingt ihr später die Flucht in die USA. Sie lebte mit ihren Töchtern in New York. Verlegeort ist vor dem Wohnhaus Agnesstr. 26.

 

M.W. (Stand 11.12.2913)