GUTWILEN, FAMILIE


 Abraham Gutwilen, seine Ehefrau Renata, die Kinder Leo, Hermann Henriette und Helene

Altenburger Str. 6

 

6 Stolpersteine gesetzt am 19.03.2015

Verwandte
Gal, Rubin, Weisdorf

 

Abrahams Vater war Jocek Icek Gutwilen (geb. 1866 in Ilza/Rußland)), in zweiter Ehe verheiratet mit Ghizhjab Gizele (1862 geb. Serelks/Rußland). Abraham Gutwilen wurde 1894 mit seinem Zwillingsbruder in Smilow bei Kalisz geboren. Mirla (geb. 1893) war Abrahams Schwester. Abraham heiratete Renata (1889 in Zdunska Wola bei Kalisz geb. Pick). Abraham war selbständiger Textilkaufmann und Rena war Kunststopferin. Sie besaßen ein Ladengeschäft in der Zschochernstraße. Das Ehepaar Gutwilen, kam um 1920 auf der Flucht vor den Pogromen des polnisch-bolschewistischen Krieges nach Gera. Hier bekamen sie die Kinder Leo (geb.1921), Henriette (geb. 1922), und die Zwillinge Hermann und Helene (geb.1931). Leo und Henriette konnten 1937 mit der Jugend- Alijah nach Palästina fliehen. Zuvor lernten sie auf Gut Groß-Breesen (bei Trebnitz, Schlesien) Landwirtschaft. Henriette hieß verheiratet Gal. Die Tochter von Leo heißt Hagar Rubin. Vater, Mutter und die Zwillingskinder wurden am 28.10.1938 über die Grenze nach Bentschen (Zbaszyn, Polen) ausgebürgert. Nach dem zwangsweisen Aufenthalt im Ghetto Litzmannstadt wurde die Familie am 25.03.1942 nach Kulmhof zur Ermordung deportiert. Wahrscheinliche Todesursache ist vorsätzliche Kohlenmonoxyd-Vergiftung im Gaswagen am selben Tag. Abraham starb mit 47 Jahren, Renata wurde 53 und die Zwillinge nur 11 Jahre alt. Mirla starb am 16.01.1941 im Ghetto Litzmannstadt, 49 Jahre alt. Abrahams Stiefmutter Gizele verheiratete sich in zweiter Ehe mit Viktor Weisdorf. Daraus gingen Familien hervor, die heute in Chicago (USA) leben.

Verlegeort ist vor der Wohnung.

Die Inschriften zeigen die Rufnamen Rena, Leo, Leni und Heni.

M.W. (Stand 10.04.2015)