SCHOLZE, ALOYS

Nikolaistr. 4

 

Stolperstein gesetzt am 19.03.2015.

Aloys Scholze (*4.9.1893 in Dresden) war katholischer Priester und ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus aus Gewissens- und religiösen Gründen. Er hatte 6 Geschwister. Sein Vater war ein Dresdner Buchhändler. Nach Weltkriegsteilnahme und dem Studium der katholischen Theologie in Breslau wurde Aloys Scholze 1921 in Paderborn geweiht. Als Kaplan war er in Gera an St. Elisabeth von 1921-25, danach war er in Leipzig-Lindenau tätig. Im Jahr 1929 wurde er Pfarrer. Zuerst in Kunnersdorf auf dem Eigen/Lausitz. Von 1931-41 übernahm er das Pfarramt in Leutersdorf/ Lausitz. Er betätigt sich als Fluchthelfer über die nahe gelegene Grenze zur Tschechoslowakei. Die am 15.3.1933 gelungene Flucht des SPD-Abgeordneten Dr. Helmuth Klotz wird Scholze später zum Verhängnis. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges leistet er trotz Verbotes Seelsorge an französischen Kriegsgefangenen. Er predigt auch in französischer Sprache. Am 5. Juni 1941 wird Scholze verhaftet. Er kommt ins Dresdner Polizeigefängnis und nach Brüx /Böhmen. Über Maltheuern wird er am 2. August ins KZ Dachau gebracht. 13 Monate lebt er im Priesterblock. Dort stirbt er am 01.09.1942. Seine letzte Ruhestätte bekam er 2011 in der Hofkirche, der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen an der Seite weiterer Schicksalsgefährten. Aloys Scholze wurde 49 Jahre alt.

Verlegeort ist Nikolaistr. vor dem Treppenaufgang zur kath. Kirche. 100m südlich des alten Pfarrhauses, z. Zt. Brachfläche, andere Straßenseite.

Fehler der Inschrift:

Die Verhaftung war am 5.06. 1941, also Juni, nicht Mai 1941

Ankunft im KZ Dachau war am 2.08.1941, also August, nicht Mai 1941.

Aloys Scholze hat nach 1925 keine für seine Biografie bedeutsame Zeit in Gera gelebt.

 

M.W. (Stand: 12.12. 2015)