Hauptmann, Max Carl

Johannisstraße 13

 

Stolperstein gesetzt am 17.09.2016

Verwandte
Goldschmidt


 

Max Carl Hauptmann, (*1897 in Gera) war das jüngste von 3 Kindern von Gustav Hauptmann (*1863 in Militsch/Schlesien) und Rosalie (*1863 in Halle/Saale geb. Goldschmidt). Als Soldat wurde er vor Verdun 1916 schwer verwundet und verlor sein linkes Bein. Er studierte Jura ab 1918 in Jena und Heidelberg. In Gera war ab 1920 in Gera als Gerichts-Referendar tätig. Seit 1924 hatte er eine Anwaltskanzlei mit Notariat gemeinsam mit Dr. Rudolf Paul. 1933 erhielt er als Jude Berufsverbot. Dr. Max Carl Hauptmann überlebte 1937 auf der Flucht einen Schiffbruch. Sie retteten sich nach Buenos Aires, wo sie längere Zeit leben. Er stirbt dort 1961. Seine Eltern, Gustav und Rosalie Hauptmann, beide 74 Jahre alt, blieben zunächst in Gera. Nachdem Max' Tante Berta Goldschmidt 1935 in Gera gestorben und er selbst 1937 geflohen war, zog Max' Cousine Wally Goldschmidt (unverheiratet, 46) aus Weimar nach Gera. Sie versorgte die alten Leute und sie wohnten gemeinsam Tivolistr. 8 zur Miete. Gustav und Rosalie Hauptmann mussten 1939 ins Judenhaus Zschochernstr. 32 (Eigentümer ist ihr Sohn Max Carl!) Am 22. September 1939 kamen sie nach Hannover. Der Kriegsausbruch verhinderte die geplante Emigration. Während Rosalie 1941 78-jährig starb, musste Gustav noch in mehrere Hannoversche Judenhäuser und wurde über Theresienstadt (23.7.1942) nach Treblinka (23.9.1942) deportiert und dort ermordet. Der Name Wally Goldschmidt steht auf der Thüringer Deportationsliste vom 10.5.1942 von Weimar nach Belcyze. Dort wurde auch sie ermordet. Verlegeort ist Johannisstr. 13 vor der Anwaltskanzlei von Dr. Max Carl Hauptmann als sein Lebensmittelpunkt.

M.W. (Stand 03.10.2016)