Spiegel, David und seine Ehefrau Deborah

 

 

 

Zschochernstr. 41

 

2 Stolpersteine gesetzt am 14.3.2018

Das kinderlose jüdische Ehepaar David und Deborah Spiegel befand sich mit über 1.200 Leidensgefährten im Deportationszug der Reichsbahn DA 27 Weimar-Belzyce vom 10. Mai 1942. Nach der Ankunft in Ostpolen verliert sich ihre Spur. Als sie ermordet werden, sind sie 60 und 62 Jahre alt. Vermutlich kamen sie in ein Massengrab. 

Ihr Geburtsort war Dolina in Galizien (Österreich-Ungarn). 1914-18 war David Soldat der k.u.k. Monarchie. Danach sind sie nach Gera gekommen. 

David Spiegel handelte mit Geflügel und Wäsche. Frau Deborah ist Näherin. Die beiden helfen wohl auch Bruder bzw. Schwager Jakob in dessen Geschäft. 

David wurde am 10.11.1938 gemeinsam mit 40 weiteren jüdischen Männern aus Gera nach Buchenwald gebracht. Im Rahmen der „Rath-Aktion“ kamen in jenen Tagen 10.000 jüdische Männer aus ganz Deutschland dort an. Bis zum Frühjahr 1939 kamen die meisten wieder frei. Nach Davids Entlassung versuchte das Ehepaar über die grüne Grenze nach Polen zu kommen. Der Fluchtversuch scheiterte, weil sich Deborah dabei ein Bein brach. Sie kamen nach Gera zurück. 

Zuletzt lebten sie in einem Zimmer zur Untermiete im Steinweg.

Diese Stolpersteine sind der einzige Denk-Ort an David und Deborah Spiegel, die etwa 25 Jahre in Gera lebten. (MW)