Künftige Stolpersteine

Das ganze Spektrum der nationalsozialistischen Verfolgung ist auch in Gera und Umgebung nachweisbar. Mehr als 500 Personen sind hier unmittelbare Opfer des Holocaust (1933-1945).

Das Ziel: Jeder Familienname soll mindestens einmal auf einem  Stolperstein zu lesen sein.

Künstlerisches Anliegen ist, die Mitglieder der betroffenen  Familien symbolisch mitten im Gehweg vor dem letzten  freigewählten, gemeinsamen Wohnort auf ewig zu vereinen. Das führt dazu, dass bevorzugt familienweise verlegt wird, auch um spätere Nachverlegungen zu vermeiden.

Vorschläge

Zur Auswahl bedeutender Persönlichkeiten, die NS-Opfer wurden:  

1 Stolperstein für Frau Dr. Erna Philipp

Dr. Philipp war Ärztin. Sie war 33 Jahre alt, als sie von Kiel nach Gera kam, um sich am Städtischen Krankenhaus bei Professor Simmel internistisch fortzubilden. Die Zeitung "Geraer Beobachter" machte einen Skandal aus der Tatsache, dass Frau Philipp Jüdin war. Als sie allein aus diesem Grund wieder entlassen wurde, war sie ganze zwei Wochen angestellt. 1935 gelang Frau Dr. Philipp die Flucht nach Beirut im Libanon. 

5 Stolpersteine für  Emma und David Wertheim und 3 Kinder

David war von 1891-1936 Lehrer und Prediger der jüdischen Gemeinde Gera. Er starb 1936 in Gera. Emma flüchtete von Gera 1941 über Lissabon nach New York. Sie war die letzte Geraer Jüdin, der die Flucht vor dem Holocaust gelang. Sie hatten drei Söhne: Rudi, Ernst (geb.1906 in Gera) und Kurt. Rudi starb jung. Ernst besuchte die Mittelschule und das Realgymnasium. Er wurde Verkäufer und Lagerist im Kaufhaus Hermann Tietz. Im Novemberpogrom 1938 wurde er von Stuttgart nach Dachau gebracht. Ernst und seiner Schwester Olga gelang die Flucht in die USA. Ernst kämpfte im zweiten Weltkrieg als Sergeant der US Army. Kurt besuchte ebenfalls das Geraer Realgymnasium. Auch seine Flucht glückte.

 

Gern erteilen wir in unserer Freizeit Auskünfte oder machen Ihnen andere Vorschläge. Wir bitten Sie aber um etwas Geduld.

Großes Interesse besteht unsererseits an weiterführenden Informationen, Auskünften z.B. von Nachkommen, ehemaligen Nachbarn, Fotos oder Briefe von betroffenen Personen. Auch für glaubhafte Berichtigungen biografischer Angaben sind wir dankbar.