Hermann Goldmann, seine Frau Gertrud, seine Töchter Gerda und Erika
Markt 10
Stolpersteine gesetzt am 9.5.2026
Die jüdische Familie Hermann Goldmann bewohnte dieses Haus am Markt 10 im Eigentum. Im Erdgeschoss befand sich das Geschäft.
Seit 1904 gab es die Gebrüder Goldmann Schuhwarengeschäfte. Es gab an die fünfzehn Filialen in verschiedenen Städten im heutigen Thüringen, Sachsen und Hessen und Niedersachsen. Ihre Spezialität war das Angebot von Schuhen für verschiedene Sportarten nebst passender Sportbekleidung.
Im Novemberpogrom 1938 wurden die Brüder Willy und Hermann Goldmann verhaftet und mit den anderen männlichen Juden von Gera nach Buchenwald gebracht. Nach der Entlassung 1939 gingen Hermann und Gertrud Goldmann nach Berlin. Doch die geplante Flucht aus Deutschland misslang.
Am 19.Januar 1942 wurden Hermann und Gertrud von Berlin nach dem Ghetto und KZ Riga deportiert und dort umgebracht. Das genaue Todesdatum ist nicht zu ermitteln. Das Amtsgericht Berlin-Schöneberg erklärte nach dem Krieg per 8. Mai 1945 Hermann Goldmann für tot. Gerda und Erika Goldmann haben beide in Heidelberg Rechtswissenschaft studiert. Erika Goldmann, verheiratete Pringsauf starb durch Suizid am 11.September 1938 in Nürnberg. Gerda, verheiratete und verwitwete Mansbach, überlebte und starb 2003 in den USA. Von Tochter Gerda gibt es noch lebende Nachkommen, also Enkel und Urenkel in den USA.
Hermanns Bruder Willy Goldmann lebte mit seiner Familie seit 1914 u.a. am Roßplatz 7. Er war langjähriger Schatzmeister der israelitischen Religionsgemeinde Gera. mw2026
